Seit Montag haben die steirischen Grünen einen neuen Landesgeschäftsführer, nämlich Dietmar Seiler. Der kommt übrigens – wie auch ich – aus der Obersteiermark. Ein dritter grüner Obersteirer, nämlich unser Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner, meldet Bedenken an – bei Ute Gross, die ja bekanntlich für die Kleine Zeitung schreibt. Dietmar sei eine Hochrisikolösung, ohne politische Erfahrung. Offensichtlich sei aus dem “Willnauer-Intermezzo” (der unser Spitzenkandidat hätte sein sollen, es nach seiner Nominierung aber nicht mehr wollte) nichts gelernt worden. Da ich ja seit einigen Monaten selbst Mitglied des Landesvorstandes der steirischen Grünen bin, möchte ich das nicht ganz unkommentiert lassen.
… in Schilling. Das hat heute die ÖVP-Finanzministerin bei ihrer Budgetrede präsentiert. Ja, richtig gelesen: Unsere FINANZministerin vermarktet die mehrfach propagierte Unimilliarde, nach Kürzung auf € 80 Millionen, weiterhin – nur eben in Schilling. Für die jüngeren unter euch: Das war mal eine anerkannte Währung in diesem Land, aber bis auf die FPÖ und einige nicht-nachdenkende Nachplauderer, hat der gute alte Schilling keine Relevanz mehr – außer zum Pfidschigogerln! Sagt der Frau Minister aber bitte nicht, dass unser Budgetdefizit in Euro kalkuliert ist, sonst kriegt sie einen Herzkasperl.
Die politische Sommerpause ist vorbei, hat Tagesgeschäft hat bereits wieder volle Fahrt aufgenommen und das heißt wohl auch, dass ich mich hier wieder mehr engagieren muss. Eines meiner Lieblingsthemen ist Bildung. Leider ist unser Bildungssystem aber ziemlich im Eimer. Stark unterfinanziert und dadurch stark unterentwickelt. Ich kann stundenlang darüber referieren, warum wir mehr Geld in Bildung investieren müssen. Aber heute halte ich mich kurz. Ich nenne nur einen Grund. Einen egoistischen und eigennützigen: Jemand muss irgendwann meine Pension zahlen!
Ich komme gerade von einer Flugreise zurück. Von denen habe ich schon so einige hinter mir. Ein Flughafen ist das Paradies der SoziologInnen. Wo lernt man mehr über die Verhaltensmuster der Homo Sapiens? Als Informatiker gehört Mustererkennung aber auch zu meinem Feld. Und so habe ich über all die Jahre festgestellt, dass sich ein großer Teil der Reisenden strikt an ein Regelwerk zu halten scheint. Eine Anleitung, wie man alle anderen am Besten in den Wahnsinn treibt. Das Gesetz der Kofferkinder. Und da es scheinbar noch nie zu Papier gebracht wurde, versuche ich mich nun daran:
Ob es uns auffällt, oder nicht: “Unser” Web ist personalisiert. Verschiedene Filter- und Unterscheidungskriterien erlauben es Betreibern von Web-Diensten, die präsentierten Informationen, an die BetrachterInnen zuzuschneiden. Das hat einige Vor-, aber auch viele Nachteile. Zu diesem Thema habe ich ein ausgezeichnetes Video gefunden, dass ich gerne so weit wie möglich verbreiten möchte. An sich habe ich diesen Clip schon auf meinem tumblr mashup gepostet, aber da ich davon ausgehe, dass den nicht jeder von euch abonniert hat, breche ich heute meine eigene Regel des Nicht-Coss-Postings und poste das Video hier auch.
Wir sind die Guten. Das behaupten so ziemlich alle politischen Parteien von sich. Auch wir Grüne. Wir setzen uns für Minderheiten, Kinder, Junge, Alte und Menschen im Allgemeinen ein. Hier werden die unterschiedlichsten politischen Ressorts gestreift. Manchmal gibt es Gesetze, die etwas regeln müssen, manchmal brauch es schlicht und einfach Verbote. Dass wir Grüne (oder einige Grüne) in letzter Zeit immer mehr von Zweiterem fordern, ist nicht unbedenklich. Wollen wir die Menschen bevormunden, sind wir lustfeindlich, oder gibt es wirklich keine Alternative?
Einige meiner LeserInnen wissen es wahrscheinlich, andere weniger: Ich sitze seit vier Jahren in der Universitätsvertretung der Technischen Universität Wien, als Mandatar für die Grünen und Alternativen StudentInnen. Leider konnte ich dieses Mandat in den letzten Monaten, aufgrund meiner beruflichen und politischen Veränderung, nicht mehr wahrnehmen und musste mich vertreten lassen. Irgendwie ging das alles ziemlich schnell und ich musste feststellen, dass ich mit der ÖH an sich schon abgeschlossen habe, ohne mich von meinen KollegInnen zu verabschieden. Stattdessen war ich einfach weg. Das ist irgendwie schade, denn ich habe einigen von ihnen, vieles zu verdanken: Meine erste politische Funktion, neue Sichtweisen bei einigen Themen, Freundschaften, lustige Wahlkämpfe und coole Parties. Es war nie meine Absicht, einfach so zu verschwinden, hat sich aber dann so ergeben und ist dann irgendwie im Sande verlaufen. Ich sollte das nachholen.