Selten ist es geworden, dass ich meinen Senf irgendwo dazu gebe. Abseits vom Gemeinderat habe ich mich weitestgehend aus der Parteipolitik zurückgezogen. Warum also gerade bei der Bundespräsidentenwahl – der Wahl zu einer Funktion dessen Nutzen man durchaus diskutieren kann? 

Weil es bei *dieser* Bundespräsidentenwahl um sehr viel geht. Und nein, es ist nicht das medial ausgeschlachtete Links gegen Rechts. Ich kann euch sagen, der Sascha van der Bellen steht bei weitem nicht so weit links, wie ich mir das wünsche (was bei mir – gerade bei seiner diffusen Position zu Studiengebühren – regelmäßig einen innerlichen Krampf verursacht hat). Bei dieser Wahl geht es um das Ansehen Österreichs in der Welt und um das Gegenlenken eines Rechtsruckes, der gefühlsmäßig gerade die gesamte “westliche” Welt erfasst. Es braucht dieses Zeichen der Hoffnung, dass wir noch nicht dort angekommen sind, wo uns viele schon sehen: in der Vergangenheit. Zugleich sollte uns das Abschneiden von Norbert Hofer zu denken geben. Österreich, Europa und die gesamte Welt steht vor großen Herausforderungen. Große Herausforderungen sind oft nicht mit einfachen Lösungen bewältigbar – viele aber glauben, dem sei so. Liebe Welt, wir haben ein Bildungsproblem.

Ich werde inhaltlich gar nicht mehr weiter darauf eingehen. Das haben viele schon gemacht, unter anderem der Harry Ploder in einem Beitrag, warum der Hofer zum Beispiel nicht wählbar ist (kann man sich anschauen, wenn man auf Facebook mit dem Harry befreundet ist). Aber ihr findet sicher auch viele Gründe warum man den VdB wählen sollte. Ganz ehrlich, nach einem Jahr Wahlkampf gibt es eh nix mehr, was wir noch nicht gehört hätten. Zumindest Leute in meiner Filter-Bubble.

Geht zu dieser Wahl. Geht zu dieser Wahl und wählt Alexander van der Bellen. Ob und wie wir unsere anderen Probleme lösen können, schauen wir uns dann bei der Nationalratswahl an.