Rottenmann bekommt einen Sicherheitsdienst

Ab August wird in Rottenmann ein privater Sicherheitsdienst patrouillieren – das hat der Gemeinderat gestern beschlossen. Mit Ausnahme der Grünen gab es keine Gegenstimmen. Schade, hat sich die SPÖ im Wahlkampf noch klar gegen einen Securitydienst ausgesprochen. Anscheinend hat die ÖVP neben dem Innenstadtausschuss ein zweites Thema durchbringen können.

Der Sicherheitsdienst, der vorläufig einen dreimonatigen Testbetrieb startet, hat drei Aufgaben: 1. Überwachung der Kurzparkzone (und Ausstellen von Strafzetteln, wobei es auch hier anfangs nur Ermahnungen geben soll und den RottenmannerInnen wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass wir eine Kurzparkzone innerhalb der Stadt haben), 2. die Überwachung der Müllinseln (und Erstattung von Anzeigen bei beobachteten Verwaltungsübertretungen), sowie 3. nächtliche Kontrollen zur Vandalismusbekämpfung. Insgesamt wird 35 Stunden pro Woche patrouilliert. In Summe werden diese 3 Monate der Stadt ca. €6.600,- kosten (26.400,- jährlich).

Das einzig Positive, was ich dieser Idee abgewinnen kann, ist die Kontrolle der Kurzparkzone. Wir haben die blauen Parkplätze seit beinahe 20 (?) Jahren – und ich hab noch nie eine Parkuhr gebraucht. Es ist verlockend – und gleichermaßen unnütz – schnell für einen Kaffee in “die Stadt” zu fahren, wenn man nur wenige hundert Meter davon entfernt wohnt. Ich muss mich da selbst bei der Nase nehmen, greife ich auch viel zu oft auf mein Auto zurück. Auch viele MitarbeiterInnen verschiedenster Firmen parken während der Arbeitszeit in der Kurzparkzone – obwohl sie zu Fuß wahrscheinlich auch keine 10 Minuten in die Innenstadt benötigt hätten. Das Verschmutzt die Umwelt und nimmt den Geschäftsleuten die Parkplätze für Kundschaft weg. Von daher erhält die Idee, endlich die Kurzparkzone zu kontrollieren meine vollste Zustimmung. Auch halte ich es für sinnvoll, die ParksünderInnen erst zu informieren, dass in Zukunft gestraft wird, anstatt gleich Erlagscheine auszuteilen. Nachdem es so lange nicht exekutiert wurde, muss man die Menschen erst langsam wieder hinführen.

Der Rest liegt für mich im Aufgabenbereich der Polizei. Das Argument, dass Rottenmann unterbesetzt an PolizeibeamtInnen ist stimmt mit Sicherheit, jedoch liegt die politische Verantwortung hier bei Ministerin Fekter, die dafür Sorge zu tragen hat, dass es genug PolizistInnen in Österreich gibt. Vielleicht sollte sie sich mal diesem Problem annehmen, anstatt perfekt integrierte Menschen, die in Österreich aufgewachsen und beheimatet sind in fremde Länder abzuschieben, nur weil der Reisepass eine andere Farbe hat. Die wirklichen Probleme will die Abschiebe-Mitzi wohl nicht wahrhaben.
Aber das ganze ist doch zur Vandalismusvorbeugung und somit zum Wohle der gesamten Stadt! Sehen wir den Tatsachen ist Auge: es gibt sehr wenig Vandalismus in Rottenmann. Klar, gibt es ein paar Stellen, wo oft in irgendeiner Form randaliert wird. Die müssen dann eben besser kontrolliert werden, das schafft auch die Polizei. Gegen den Rest kann man wenig machen. Ich habe noch nirgends gewohnt, wo es nicht vereinzelt Zerstörungswütige Menschen gibt. Im Übrigen sind das nicht vermehrt Jugendliche, sondern Möchtegern-Starke ab 20. Zivilcourage heißt die Lösung – und Anzeige erstatten kann jedeR!.

Tatsache ist, das haben wir bei der Diskussionsveranstaltung zum Thema Sicherheit in Rottenmann ja gelernt, dass private Security-Dienste oft sogar Gewaltsituationen provozieren. Alleine durch ihre Anwesenheit (wo wir wieder bei den Halbstarken wären). Wenn ich mich recht erinnere kam dieses Argument sogar von einem rottenmanner Gemeinderat der SPÖ.

Und was die Müllinseln betrifft… Muss sich der Security-Mensch dann im Baum verstecken und warten bis er zufällig jemand erwischt, der/die gerade unrechtmäßig Sperrmüll entsorgt? Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person, die gerade die Runde dreht, zufällig zu dem Zeitpunkt eine Müllinsel passiert, wo gerade jemand unerlaubt Sperrmüll entsorgt, halte ich für gering. Auf die Anzeigerate für “Müllvergehen” bin ich gespannt.

Alles in allem hätten wir für das Geld auch Teilzeitarbeitskräfte aus Rottenmann zur Überwachung der Kurzparkzone einstellen können. Es gibt genug Menschen auf der Suche nach einem Teilzeitjob. Für den Rest ist die Polizei zuständig und alle Ortschaften wäre gut beraten, die Abschiebe-Mitzi in die Verantwortung zu nehmen und Druck auf die Ministerin für Inneres auszuüben.

Anstatt das ganze Geld in einen Security-Dienst zu stecken könnte man das Geld z.B. in eine gemeinsame Aktion mit der Hauptschule stecken. SchülerInnen, LehrerInnen, GemeinderätInnen und andere Freiwillige säubern gemeinsam die Stadt (sowas Ähnliches gab es glaub ich sogar kürzlich erst). Das schärft das Bewusstsein und vermittelt Verantwortung. Wenn man jemand sieht, der eine Straftat begeht, nicht wegschauen, sondern anzeigen. Wenn man jemand sieht der im Begriff ist eine Straftat zu begehen, vielleicht einfach mal drauf hinweisen, dass das nicht sonderlich “cool” ist. Aber aufpassen – niemals selbst gefährden. Im Zweifelsfalle gleich die Polizei einschalten.

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